Strohbaer - Stausebach, ein kleines Dorf stellt sich vor

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Strohbaer

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Alte Fastnachtsbräuche aus Stausebach


Immer, wenn die Fastnachtszeit (Foasenocht) in die Hochphase geht, kommen Erinnerungen an längst vergessene Bräuche auf.

Noch bis Anfang der 50er Jahre zogen die Kinder am Donnerstag vor dem Fastnachtswochenende von Haus zu Haus, um mit selbst gefertigten Holzspießen Wurst und Speck zu sammeln. Dies war der sogenannte Bratentag (Brooredoag). Nach Aufsagen eines Gedichtes belohnte man sie mit Wurstwaren, die auf den Spieß aufgezogen wurden.Während dieses Sammeln in den Kriegsjahren oft wegen einer vorherrschenden Lebensmittelnot stattfand, so wurde diese Tradition später zur Gaudi für die Kinder ausgeübt. Selbst aus dem nahen Kirchhain kamen die Kinder ins Dorf; denn man wusste, dass die Bauern im Winter geschlachtet hatten.

Am Fastnachtsdienstag zogen die jungen Burschen mit einem Strohbär (Struhbär), in Stausebach auch Schuttebär genannt, weil er in geschnittenen Strohstreifen eingepackt war, durch das Dorf. Die Burschen, die den Bär mit großem Geschrei und Kettenrasseln führten, erhielten dafür Eier und Speck, die später in der Gastwirtschaft zubereitet wurden. Bei Bier und selbst gebranntem Schnaps klang der Tag mit bekannten Liedern aus.

Ein dritter Brauch, ebenfalls schon lange ausgestorben, war das Töpfe werfen (Deppe werfe). Die Töpfe und auch Teller warf man vor die Häuser, um den Familien Glück zu wünschen. Dafür gab es dann die selbst gebackenen Kreppeln. Leute, die man nicht mochte oder die keine Kreppeln verteilten, wurden oft mit einer großen Menge Unrat „bestraft“. Diese Unsitte löste sich bald auf, da sie bei der Bevölkerung keinen Gefallen fand und oft die Polizei auf die Tagesordnung rief.

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Strohbär um 1950
 
 
 
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