Milchbank - Stausebach, ein kleines Dorf stellt sich vor

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Milchbank

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"Hostes da schun gehot?" - Naues vo de Melchbaank


Ein gut funktionierender Wachdienst in unseren Dörfern war bis Anfangs der 60er Jahre der Transport der Milchkannen vom bäuerlichen Hof zur Milchbank. Das ständige Geklapper der Kannen, wenn sie mit einem kleinen Milchwagen über das holprige Kopfsteinpflaster gezogen wurden, riss uns Kinder früh aus dem Schlaf, noch bevor das Angelus-Läuten um 6 Uhr einsetzte.

Meist war es der "Pätter", ein lediger Onkel lebte fast auf jedem Hof, der die gut gefüllten Milchkannen zu der für uns zuständigen Milchbank am Schwesternhaus brachte. Stausebach hatte damals drei solcher Sammelstellen.

Es bedurfte schon etwas Kraft, um die 20 Liter fassenden Kannen auf die hölzerne, ca. 1 Meter hohe Bank zu wuchten. Nach und nach trafen die Bauern ein, und es gab reichlich Gelegenheit, die "Nauigkeere" aus dem Dorf auszutauschen.

"Hostes da schun gehot?", so oder ähnlich begann der frühe Dorftrasch, der sich jedoch fast nur auf örtliche Themen begrenzte. Es waren halt Alltagsprobleme, wie Krankheiten im Stall, Kalbsgeburten oder einfach nur Aussagen, dass eine Kuh "trocken stand".

Man erfuhr aber auch, ob im Dorf etwas Außergewöhnliches geschehen, ob jemand krank oder verstorben war. Erfreuliche Ereignisse, wie Kindsgeburten, Geburtstage, bevorstehende Hochzeiten, standen ebenso auf der "Tagesordnung".

Am morgendlichen Frühstückstisch erfuhren wir Kinder dann von "insem Pätter" das "Naueste vo de Melchbaank".Es bleibt festzustellen, dass wir schon damals eine schnelle Dorfzeitung hatten, fast so schnell wie das heutige Internet!


Sammelstelle der Kannen
Milchkannen auf dem kleinen Milchwagen
 
 
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